Warum ihr euch teure Börsenbriefe sparen könnt: Der 3x-NASDAQ-Trick
Mal ehrlich … Wer von euch ist auf der Suche nach maximaler Rendite nicht schon einmal über schillernde Börsendienste gestolpert? Die Versprechungen klingen verlockend: Aus 3.000 € werden 100.000 € oder aus 30.000 € gar eine ganze Million. Das wäre ungefähr eine Ver-33-Fachung!
Das Rezept dahinter? Üblicherweise Trendfolgestrategien mit hochgehebelten Optionsscheinen auf US-Tech-Aktien. Doch was viele vergessen: Diese Abos kosten oft hunderte bis tausende Euro im Jahr – Geld, das euch garantiert flöten geht. Dazu kommen Totalverluste bei einzelnen Scheinen und der ständige Stress mit dem Rollen bzw. Verkauf der Scheine.
Es gibt jedoch eine charmante, passive Alternative, die exakt die gleiche Hebelwirkung nutzt – ganz ohne Abo-Kosten und Order-Stress.
Die Idee: Das gesparte Abo-Geld als Sparplan-Engine
Nehmen wir an, ein Börsendienst kostet euch 100 € im Monat (1.200 € im Jahr).
Weg A (Börsendienst): Nach 10 Jahren habt ihr 12.000 € an Gebühren bezahlt. Das Geld ist zu 100 % weg. Ob ihr Gewinn gemacht habt, hängt von den Signalen und eurem Timing ab.
Weg B (3x-ETF-Sparplan): Ihr spart euch das Abo und steckt genau diese 100 € monatlich in einen 3x Daily Leveraged NASDAQ 100 ETP (z. B. den WisdomTree NASDAQ 100 3x Daily Leveraged).
Das Geniale daran: Da das Geld gedanklich ohnehin für Gebühren eingeplant war, liegt euer reales Verlustrisiko gegenüber dem Abo-Szenario bei 0 €. Fällt der Markt, habt ihr nicht mehr verloren als die reinen Abokosten. Steigt der Markt, baut ihr euch aus "Gebührengeld" ein Vermögen auf.
Die Zahlen im Härtetest: Was bringt der 3x-Hebel wirklich?
Ein Blick auf die Daten der letzten Jahre zeigt die gewaltige Dynamik:
Zeitraum (mtl. 100 € Sparplan) 1x NASDAQ 100 | 3x NASDAQ 100 Leveraged
7 Jahre (8.400 € Einzahlung) ca. 18.465 € | ca. 37.524 €
10 Jahre (12.000 € Einzahlung) ca. 35.817 | ca. 113.947 €
Noch krasser bei Einmalanlagen:
Hättet ihr über die letzten 10 Jahre einmalig 10.000 € im 3x-NASDAQ liegen lassen, wären daraus über 340.000 € geworden (ein Plus von +3.300 %)! Man hätte also die traumhafte Ver-33-fachung von der wir zu Beginn des Artikels geträumt hatten, tatsächlich auf diesem Weg erreicht und sogar minimal übertroffen.
Wie kann ein 3x-ETF wie ein 5x-Produkt performen?
Vielleicht fragt ihr euch: Wenn der Index ungehebelt um +557 % steigt, warum macht der 3x-ETF dann +3.300 % und nicht einfach das Dreifache (+1.670 %)?
Positiver Zinseszins (Tägliches Rebalancing): Tägliche Hebelprodukte setzen ihren Hebel jeden Tag neu an. In einem starken Bullenmarkt werden die Gewinne des Vortags direkt 3fach mitgehebelt. Der ETF schaukelt sich nach oben auf – er wirkt in langen Aufwärtsphasen wie ein 5- bis 6-fach gehebeltes Produkt auf den ursprünglichen Kapitaleinsatz von 10.000 €.
Kein "In-the-Money"-Hebelverlust:
Wenn eine Aktie auf einen Optionsschein stark steigt, läuft der Schein tief "ins Geld" (In the Money). Dadurch steigt zwar der Gewinn absolut, aber der prozentuale Hebel fällt von z. B. 5x Richtung 2x oder 1,5x ab. Um wieder 5x Hebel zu haben, müssten wir den Schein verkaufen und einen neuen "am Geld" kaufen (wieder Rollkosten + Steuern/Gebühren). Der 3x-ETF behält seine dynamische Zinseszins-Wucht automatisch bei.
Der Haken: Was ihr unbedingt beachten müsst:
Ein 3x-ETF ist kein Sparbuch, sondern ein Hochrisiko-Tool. Der Mechanismus wirkt nämlich in beide Richtungen:
Der Volatility Drag (Pfadabhängigkeit): Läuft der Markt monatelang seitwärts mit vielen Ausschlägen, verliert der ETF schrittweise an Wert.
Crash-Risiko: In einem scharfen Bärenmarkt (wie 2022) kann der 3x-ETF um 70 bis 80 % einbrechen.
Der Schlüssel zum Erfolg: Ihr müsst in Bärenmärkten eiserne Nerven behalten und den Sparplan stur weiterlaufen lassen. Durch den monatlichen Nachkauf sichert ihr euch im Tief extrem günstige Anteile, die beim nächsten Aufschwung wie eine Rakete zünden.
Fazit: Set & Forget statt Abofalle
Geld für teure Börsenbriefe auszugeben, könnt ihr euch sparen. Die Verlage kochen auch nur mit Wasser – sprich: Hebeln auf den US-Tech-Trend.
Wer das gesparte Abo-Geld automatisiert in einen 3x-NASDAQ-100-ETF bespart, nutzt die gleiche Wucht des Marktes, spart sich teure Gebühren, ständiges Managen von Optionsscheinen und baut sich mit eiserner Disziplin ein echtes High-Reward-Portfolio auf.
https://extraetf.com/de/etf-comparison?products=FR0010342592-etf,IE00BLRPRL42-etf
Risikohinweis: Wie immer denkt bei aller Begeisterung an das Totalverlust-Risiko und setzt hier wirklich nur Spielgeld ein, da es natürlich zukünftig wieder Börsenphasen geben wird, wo der 3x ETP nicht so gut aussehen wird. Und seid euch auch bewusst, dass es in Deutschland nur bis Hebel 2x echte ETFs gibt, es sich folglich bei obigen Produkt um ein ETP mit Emittentenrisiko handeln muss. Möglicher Interessenkonflikt: Ich bin -wenn auch nur mit schmalen Geld- darin investiert.
Historischer Super-GAU zeigt extremes Risikoprofil der Strategie
Während der ungehebelte Nasdaq 100 im Bärenmarkt 2022 um -33 % einbrach, verlor der 3x-ETP sturzbachartige -80 % – was eine anschließende Kursexplosion von +400 % allein zum Erreichen der Nulllinie erforderte.
Noch drastischer zeigt sich das Risiko beim Platzen der Dotcom-Blase im Jahr 2000: Während der ungehebelte Index nach seinem 83 %-Absturz rund 15 Jahre bis zur Erholung brauchte, schrumpfte eine 3x-Einmalanlage durch den täglichen Volatilitätsverlust um verheerende -99,95 % (aus 10.000 € wurden 5 €) – ein Verlust, von dem sich die Einmalanlage selbst nach über 26 Jahren phänomenalem Tech-Boom bis heute nicht erholt hat.
Eine solche Strategie kann daher niemals als Einmalkauf, sondern ausschließlich als sturer, disziplinierter Sparplan (idealerweise mit erhöhter Sparrate im Crash via SMA-200-Indikator) überleben, da nur das kontinuierliche Nachkaufen auf extrem kollabiertem Kursniveau den Einstandskurs drastisch senkt und den nötigen Erholungseffekt hebelt.
Der Bärenmarkt-Turbo:
Die meisten Anleger fürchten Bärenmärkte.
Allein mit der zweiten Stufe von “do it the Schaupp way" wird der Crash jedoch zum größten Renditehebel.
Die Grundidee ist simpel: Ein monatlicher Sparplan auf gehebelte Indizes wird mit dem gleichen Betrag auf wöchentlich umgestellt, sobald die Märkte einbrechen.
1. Das System: Regelbasiert & Anti-Zyklisch
Anstatt teure Börsenbriefe zu abonnieren oder den Markt zu timen, steuert ein einziger Indikator das Depot:
Normalmodus (Index > 200-Tage-SMA): Standard-Sparrate (z. B. 10 €/Monat auf den 3x Nasdaq 100).
Crash-Turbo (Index < 200-Tage-SMA): Das Intervall schaltet von monatlich auf wöchentlich um. Die Sparrate vervierfacht sich effektiverweise genau dann, wenn die Kurse am Boden liegen.
2. Der 5-Jahres-Härtetest (2021–2026)
Ein Praxistest von September 2021 (Einstieg zu denkbar ungünstigen Zeitpunkt = Allzeithoch direkt vor dem Zinswende-Bärenmarkt 2022) bis September 2026 zeigt die Wirkungskraft am WisdomTree Nasdaq 100 3x Daily ETC (A3GL7E):
Strategie
Einzahlung
Anteile
Depotwert (2026)
Reingewinn
Gesamtrendite
Einmalanlage (10.09.2021)
182,62 €
1,00
397,82 €
+215,20 €
+117,84 %
Starrer Sparplan (stets 5 €/Mo)
300,00 €
~3,65
1.452,00 €
+1.152,00 €
+384,00 %
SMA-200 Turbo (5 €/Mo vs. 5 €/Wch)
530,00 €
~7,00
2.785,00 €
+2.255,00 €
+425,47 %
Die Rendite-Kennzahlen des SMA-200-Turbos:
Pauschale Jahresrendite (CAGR): 39,34 % p.a. über 5 Jahre.
Effektiver Zinsfuß (IZF / IRR): ~88,4 % p.a. auf das jeweils tatsächlich gebundene Kapital.
3. Warum die Strategie den Volatility Drag schlägt
Eine Einmalanlage im 3x-Hebel am Markt-Peak leidet extrem unter der täglichen Pfadabhängigkeit (Volatility Drag): Während der 2x Nasdaq von 2021 bis 2026 um +147,25 % stieg, schaffte der 3x Nasdaq als Einmalanlage nur +117,84 %.
Der SMA-200-Sparplan kehrt dieses Problem um:
Fokus auf das Tief: Über 54 % des gesamten Kapitals (290 € von 530 €) flossen während des Bärenmarkts 2022 bei Kursen zwischen 30 € und 45 € in den 3x-ETC.
Asymmetrischer Erholungs-Effekt: Diese im Tief gekauften Anteile verzeichnen beim aktuellen Kurs im September 2026 von knapp 398 € einen Gewinn von +800 % bis +1.000 % pro Tranche.
4. US-Circuit-Breaker und der 288.000-Euro-Guru-Effekt
Kein Knock-Out: Im Gegensatz zu Optionsscheinen oder K.o.-Zertifikaten haben daily gehebelte ETFs/ETCs keine Knock-Out-Schwelle.US-Circuit-Breaker verhindern Tageseinstürze von über 33 %, die für einen Totalverlust nötig wären.
Der Gebühren-Faktor: Börsengurus verlangen oft 1.500 €/Jahr (125 €/Monat) für Trading-Signale. Steckt man rein diese gesparten Abogebühren über 20 Jahre in das eigene 2x/3x-System (bei angenommenen 18 % p.a.), entstehen 288.600 € Reingewinn aus rein gesparten Reibungsverlusten.
5. Risikomanagement & Steuer-Rules
Portfolio-Sizing: Ideal als 5 % Satelliten-Position in einem breiten Core-Satellite-Depot (z. B. 95 % FTSE All-Cap / FTSE All-World / S&P 500).
Steueroptimierung: Im tiefen Crash LevETF-Verluste von z. B. 60% realisieren. Der gefüllte Verlustverrechnungstopf sorgt dafür, dass wir ca. ein Viertel des Verlustbetrages im Rahmen der Verlustverrechnung über die Steuer zurückbekommen.
Der BFH hat mehrfach (unter anderem im Urteil IX R 60/10) klargestellt, dass der Verkauf eines Wertpapiers zur Realisierung von Verlusten und der unmittelbare Wiederkauf desselben Papiers über die Börse keinen Gestaltungsmissbrauch nach § 42 AO darstellt.
Teilfreistellung beachten: ETFs (2x) genießen beim späteren Verkauf im Gewinn 30 % Teilfreistellung (effektiv 18,46 % Steuer), während ETCs (wie der 3x Nasdaq) voll mit 26,375 % versteuert werden.
Keine Anlage- und Steuerberatung. Bitte umfangreichen Disclaimer beachten !!!
Warum 3x nur auf den Nasdaq 100 (und nicht auf andere Indices)
Der Nasdaq 100 besteht aus den wachstumsstärksten Unternehmen der Welt (Big Tech, Halbleiter, KI-Treiber). Historisch gesehen weist dieser Index eine deutlich höhere langfristige Outperformance und eine stärkere „Trendpersistenz“ auf als ein breiter Weltindex.
Ein 3x-Hebel funktioniert nur dann langfristig, wenn der zugrundeliegende Index so stark steigt, dass er den täglichen Reibungsverlust (Volatilitätsverlust) nicht nur ausgleicht, sondern massiv outperformt.
Ein trägerer Index wie der MSCI World würde mit einem 3x-Hebel auf Dauer durch den volatility drag ausbluten und könnte dies nicht durch massive Art Performance kompensieren, da er dafür nicht stark genug steigt.
So würde er sich langfristig eher der Performance eines MSCI World 2x annähern und damit das eingegangene Risiko nicht ausreichend entschädigen. (Ähnliches kann man z. B. auch sehr schön im Vergleich S&P500 2x zu S&P 500 3x sehen).