Auf der Suche nach dem Tenbagger (SG IV)

Auf der Suche nach dem Tenbagger mit den Most Admired Companies 11 bis 40

 

Das „Elite-Newcomer-System“: Einmal kaufen, ewig halten – außer in Szenario A)

 

Die Auswahl: MAC 11 bis 40

Jedes Jahr Anfang Februar veröffentlicht das Fortune Magazine die Liste der „World’s Most Admired Companies“. Wir ignorieren in dieser Strategie die Top 10 (hierfür gibt es eine eigene Strategie) und konzentrieren uns auf die Newcomer in den Rängen 11 bis 40.

 

Dies sind Unternehmen, die gerade erst den Aufstieg in den „Olymp“ der Wirtschaft geschafft haben. Sie haben oft noch mehr Wachstumspotenzial als die bereits hochkapitalisierten Top 10 Giganten.

 

 

Fortune befragt jährlich über 3.000 Führungskräfte, Direktoren und Analysten. Das Ergebnis ist keine willkürliche Rangliste — es ist ein Reputationsbarometer, das über Jahre hinweg bemerkenswert stabile Signale liefert. Die Plätze 11 bis 40 bilden dabei den sogenannten „inneren Zirkel": Unternehmen, die nicht nur ein gutes Jahr hatten, sondern deren Qualität über mehrere Zyklen hinweg von Insidern anerkannt wird. Robuste Geschäftsmodelle, starke Unternehmenskultur, bewährtes Management.

 

Ab Platz 41 ändert sich die Dynamik — und das ist statistisch messbar.

 

Die Wackelzone 41–50

Ein Blick auf die historischen Listen seit 2014 zeigt ein klares Muster: Die Plätze 41 bis 50 sind überproportional häufig besetzt mit Unternehmen, die entweder gerade ein außergewöhnlich gutes Jahr hinter sich haben — oder die sich bereits im schleichenden Abstieg befinden und sich ein letztes Mal in die Top 50 retten. Novo Nordisk fiel 2026 von Platz 46 aus der Liste. Adobe von Platz 50. Southwest Airlines tauchte jahrelang auf, um nach COVID zu kollabieren. Nordstrom blieb über viele Jahre ein struktureller Underperformer. 

 

Die Plätze 41–50 liefern asymmetrisches Risiko — aber in die falsche Richtung.

Der häufigste Einwand lautet: „Aber Salesforce, BlackRock, Accenture und Home Depot sind doch alle aus dem Bereich 41–50 gekommen und haben sich fantastisch entwickelt! Das stimmt. Und genau hier liegt die psychologische Falle.

 

Erstens handelt es sich um Survivorship Bias in Reinform: Die Gewinner bleiben in Erinnerung, die Enttäuschungen nicht. Für jeden dieser vier Treffer stehen in der historischen Auswertung mindestens drei bis vier Unternehmen, die denselben Einstiegspunkt hatten — und deren Kurse seitwärts liefen oder deutlich nachgaben.

 

Zweitens — und das ist der entscheidende Punkt — wären all diese Qualitätsunternehmen spätestens ein bis zwei Jahre später auch in den Plätzen 11 bis 40 aufgetaucht. Denn echte Qualität wandert auf der Liste nach oben. Salesforce, BlackRock, Accenture und Home Depot sind heute längst fester Bestandteil des stabilen Kerns. Wer den Filter konsequent bei Platz 40 zieht, hätte sie mit minimalem Renditeverlust trotzdem ins Depot bekommen — aber ohne das Risiko, gleichzeitig die Wackelkandidaten aus demselben Bereich mitzukaufen.

 

Das Regelwerk

Der Cut-off bei Platz 40 ist damit keine willkürliche Grenze, sondern das Ergebnis einer nüchternen Analyse der historischen Listenbewegungen. Er filtert die Hype-Themen des jeweiligen Jahres automatisch aus — 2026 etwa AMD auf Platz 48 und Workday auf Platz 49, beide explizit als KI-Newcomer ausgewiesen. Er reduziert den jährlichen Turnover im Depot. Und er stellt sicher, dass jede Position im Portfolio auf einem Reputationsfundament steht, das über mehrere Jahre gewachsen ist.

 

Weniger Rauschen. Mehr Qualität. Das ist der Grund, warum die Grenze bei 40 und nicht bei 50 liegt.

 

 

Die Ausschluss-Kriterien

Bevor wir kaufen, filtern wir Branchen aus, die historisch gesehen „Kapitalvernichter“ sind:

 * Keine Airlines: Zu hohe Fixkosten, keine Preismacht.

 * Keine traditionellen Autobauer/ Maschinenbauer: Extrem zyklisch und kapitalintensiv.

 * Keine reinen Rohstoff-Werte: Abhängigkeit vom Weltmarktpreis.

* Nicht börsennotierte Unternehmen: Publix Super Markets taucht regelmäßig auf der Liste auf — ist für Privatanleger jedoch schlicht nicht investierbar und scheidet damit automatisch aus.

* Keine klassischen Geschäfts- und Investmentbanken — zu reguliert, zu zinsabhängig, kein Tenbagger-Potenzial. Kaufbar hingegen sind Transaktionsplattformen wie Mastercard oder Visa, Asset Manager wie BlackRock und Finanzplattformen wie American Express — sie verdienen am Volumen, nicht an der Zinsmarge.”

 

Also:

Keine Airlines

Keine traditionellen Autobauer/Maschinenbauer

Keine Rohstoffwerte

Keine klassischen Geschäfts- und Investmentbanken

Keine nicht börsennotierten Unternehmen

 

 

Das Ziel: Wir kaufen im Februar die verbleibenden Newcomer und halten sie theoretisch ewig. Mit einer Ausnahme.

 

Nach dem Kauf gehen wir in den „Schlafmodus“ – es sei denn, eine Aktie entwickelt eine dramatische Eigendynamik nach unten. 

 

Wir unterscheiden strikt zwischen zwei Arten von Kursverlusten:

Dies richtet sich exakt nach meinem Blogartikel Abgestürzte Aktien - Chance oder Value Trap?

 

Szenario A) Der Einzelabsturz im Bullenmarkt (Gefahr!)

Dies ist der wichtigste Punkt des Systems. Der Gesamtmarkt (S&P 500 / Nasdaq 100) steigt oder ist stabil, eine Einzelaktie bricht massiv ein.

 Fällt die Aktie um 50 % von ihrem Allzeithoch, während kein allgemeiner Markt-Crash vorliegt, liegt ein strukturelles unternehmensbedingtes Problem vor (Managementfehler, veraltetes Geschäftsmodell).

 Die Aktion: Wir verkaufen die Aktie und schichten das Kapital in einen breiten ETF (S&P 500 oder Nasdaq 100) um.

 

Warum? Statistisch erreichen nur 20 % dieser „Bullenmarkt-Verlierer“ jemals wieder ihr altes Hoch. Ein Index-Tausch rettet dein Kapital und lässt es sofort wieder mit der Kraft des Marktes wachsen.

 

Szenario B: Der allgemeine Markt-Crash (Chance!)

Der gesamte Markt bricht um 20 %, 30 % oder mehr ein (wie 2008 oder 2020). Deine Qualitätsaktien fallen mit.

 Die Unternehmen sind gesund, aber die Panik reißt alles mit.

 Aktion: Halten oder Nachkaufen. Dies ist kein Szenario für einen Verkauf. Hier greift die Qualität der „Most Admired“-Unternehmen: Sie sind meist die Ersten, die nach dem Crash neue Rekordhochs markieren.

 

3. Das Regelwerk auf einen Blick

| Zeitpunkt | Aktion | Bedingung |

 

| Februar | Kauf | Newcomer auf Platz 11–40 (kein Auto/Airline siehe oben) |

| Laufzeit | Buy and Hold | Aktie bleibt im Depot (Ziel: Ewig). |

| Notfall (A) | Verkauf & Tausch | -50 % vom Hoch im Bullenmarkt ▶️ Umschichtung in Index-ETF. |

| Crash (B) | Aussitzen / Nachkauf | Gesamtmarkt bricht ein ▶️ Qualität halten, keine Panikverkäufe. 

 

Fazit: Qualität wählen, Verlierer tauschen

Man profitiert von der Auswahl der besten Unternehmen der Welt, aber vermeidet „schlechtem Geld gutes hinterherzuwerfen“.

 

Durch den Index-Tausch in Szenario A stellst man sicher, dass dein Depot sich selbst reinigt. Man behältst die potenziellen Tenbagger und ersetzt die scheiternden Firmen automatisch durch die Kraft des gesamten Marktes.

 

Disclaimer: Dies ist keine Anlageberatung. Aktieninvestments sind mit Risiken verbunden. Die historische Performance ist keine Garantie für zukünftige Ergebnisse.

 

 

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Bei dem schon in meinem Depot befindlichen Wert Nike — Szenario A) ist einschlägig.

 

Das Allzeithoch der Nike-Aktie lag bei 155,58 Euro und wurde am 22. November 2021 markiert. Das aktuelle Kursniveau ist davon 75,37% entfernt — der aktuelle Kurs liegt also bei etwa 38 Euro.

 

Das bedeutet: Nike hat von seinem Allzeithoch mehr als 75% verloren — bei mir im Depot liegt Nike mit -45% im Minus (nahe 50%-Schwelle aus Szenario A)

 

Und die Ursachen sind klassisch strukturell, kein allgemeiner Marktcrash:

 

China-Schwäche mit zweistelligen Umsatzrückgängen, Margendruck durch gestiegene Kosten und Rabattaktionen sowie eine digitale Flaute im Direct-to-Consumer-Geschäft.

 

Die Konsequenz nach dem Schaupp-Regelwerk

 

Verkauf Nike → Umschichtung in S&P 500 ETF

 

Kein Zögern, kein Hoffen auf Erholung. Genau dafür wurde Szenario A) entwickelt. Die Aktie notiert ca. 50% unter ihrem Allzeithoch — und das Regelwerk sagt klar: statistisch erreichen ungefähr nur 20% dieser Bullenmarkt-Verlierer jemals wieder ihr altes Hoch.

 

 

 

Was könnte nun 2026 als Neuzugang für mein Depot in Frage kommen?

Nur persönliche Meinung - keine Anlageberatung !!!

Disclaimer & Haftungsausschluss

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Sämtliche Inhalte auf diesem Blog, insbesondere die Vorstellung der „Elite-Newcomer-Strategie“, die Analysen der „Fortune Most Admired Companies“ sowie die grafischen Darstellungen von Kaufkandidaten, dienen ausschließlich der allgemeinen Information und Unterhaltung. Es handelt sich hierbei nicht um eine Anlageberatung, keine Anlageempfehlung und keine Aufforderung zum Kauf oder Verkauf von Wertpapieren, Kryptowährungen oder anderen Finanzprodukten gemäß dem Wertpapierhandelsgesetz (WpHG).

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3. Haftungsausschluss

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4. Interessenkonflikte

Es wird darauf hingewiesen, dass der Autor zum Zeitpunkt der Veröffentlichung Positionen in den besprochenen Wertpapieren (z. B. IBM, TSMC, ServiceNow, Mastercard) halten kann oder beabsichtigt, diese in Zukunft zu erwerben oder zu veräußern. Hierdurch kann ein Interessenkonflikt entstehen.

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 Hinweis: Dies ist eine persönliche Strategievorstellung, keine Anlageberatung. Investitionen bergen Verlustrisiken. Bitte auch den vollständigen Disclaimer bzw. Haftungsausschluss auf dieser Website lesen.


Das „Echte-Stärke-Upgrade“: Der Performance-Türsteher

um Szenario A) Fälle möglichst von vornherein zu vermeiden

Reputation ist eine hervorragende Eintrittskarte, aber sie ist oft ein nachlaufender Indikator. Ein Unternehmen kann bei den Fortune-Insidern noch hoch im Kurs stehen, während die Aktie an der Börse bereits den Anschluss verliert. Um das Ziel des „Kaufen und ewig Liegenlassen“ wirklich abzusichern, ergänzen wir das System um einen harten, quantitativen Filter bei der Neuaufnahme.

 

Die 1-3-5-Regel: Der Beweis vor dem Kauf

Bevor ein Elite-Newcomer (Platz 11–40) den Weg ins Depot findet, muss er beweisen, dass sein guter Ruf durch reale Markteffizienz untermauert wird. Das Unternehmen muss seinen entsprechenden Index (S&P 500 oder Nasdaq 100) auf drei Zeitebenen gleichzeitig schlagen:

1-Jahres-Sicht: Bestätigung des aktuellen Momentums.

3-Jahres-Sicht: Beweis für die mittelfristige Überlegenheit.

5-Jahres-Sicht: Nachweis eines stabilen, langfristigen Burggrabens.

 

Warum dieser Zusatzfilter den „Schlafmodus“ erst ermöglicht:

Dieses Upgrade schützt uns vor der gefährlichsten Falle für Privatanleger: dem „Investieren in Namen der Vergangenheit“. Eine Aktie wie Nike wäre durch diesen Filter bereits lange vor ihrem 50%-Absturz aussortiert worden, da sie den Index auf 3- und 5-Jahres-Sicht schon früher nicht mehr schlagen konnte.

 

Besteht ein Kandidat diesen Performance-Check nicht auf allen drei Ebenen, wird er gnadenlos abgewiesen – egal wie glanzvoll der Name ist.

 

Wenn man das so angewendet hätte 2026 wäre von den vier Kaufkandidaten lediglich Taiwan Semiconductor eingezogen.

Taiwan Semiconductor konnte den Index über ein Jahr, drei Jahre und fünf Jahre schlagen. 

IBM gelang dies nur über drei und fünf Jahre.

Service Now und MasterCard gelang es in keinem der drei Zeitfenster den S&P 500 zu schlagen.

 

 

Alternative zu oben: SG IV als "Buy and Hold forever"-Depot 

1) Vorauswahl der Aktien genau wie oben beschrieben aus MAC 11 bis 40

2) Dann jedoch Check für Einzelaktien nach Core-Satellite-Depot (aus ETFs & Einzelaktien) > "in dubio pro Index"

Wenn sich hiernach eine Aktie qualifiziert, wandert sie in das SG IV Depot, welches grundsätzlich als "Buy and hold forever"-Depot betrieben wird. Dazu muss allerdings wie erwähnt die strenge Einzelwertkontrolle nach 2) durchgeführt werden.

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